Mit “Der Gotteswahn” hat uns der Evolutionsbiologe und Oxford-Professor Richard Dawkins eines der meistdiskutierten Bücher des Jahres 2007 präsentiert. In diesem religionskritischen Meisterwerk gelingt es ihm bemerkenswert plausibel aufzuzeigen wie die Religion dem Fortschritt im Wege steht und welche erschreckenden Ausmaße religiöser Fundamentalismus, nicht nur in den islamischen Staaten, sondern vor allem auch in den USA, mittlerweile angenommen hat.

Mit Logik und wissenschaftlichen Fakten widerlegt Dawkins in “Der Gotteswahn” nicht nur so ziemlich jeden sogenannten “Gottesbeweis” sondern erklärt auch beeindruckend einleuchtend weshalb die Existenz eines Gottes so unwahrscheinlich ist, dass man guten Gewissens von einer Nicht-Existenz ausgehen kann.

Die “Welt am Sonntag” bezeichnete “Der Gotteswahn” als “Eine Generalabrechnung mit der Religion”, was durchaus auch zutreffend ist. Allerdings richtet sich Dawkins‘ Kritik vor allem an die abrahamitischen Religionen, also das Judentum und seine beiden Ableger Christentum und Islam. Ein besonderes Augenmerk richtet er dabei auf die “Kreationisten” und die Anhänger der “Intelligent Design” Theorie, welche, auch wenn man es heutzutage kaum glauben mag, die Evolution in Frage stellen.

Zwar gelingt es auch Richard Dawkins nicht zu beweisen dass es keinen Gott gibt, jedoch macht er eindrucksvoll klar, dass man genauso gut an das unsichtbare rosa Einhorn oder das fliegende Spaghettimonster glauben könnte, denn auch deren Nicht-Existenz lässt sich, so lächerlich die Idee solcher Wesen auch klingen mag, nicht beweisen. Die Beweislast liegt hier jedoch nicht bei der Wissenschaft, sondern bei den Theisten, denn nur weil man nicht beweisen kann dass etwas nicht existiert, kann man schliesslich nicht einfach davon ausgehen dass es existiert, gerade wenn es sich um etwas derart unwahrscheinliches handelt.

Dabei bleibt “Der Gotteswahn” aber ein Buch für jedermann, sowohl für Atheisten als auch für alle Theisten, die das selbständige Denken noch nicht ganz aufgegeben haben. Geschrieben in einem leichten, leidenschaftlichen und, auch für Nicht-Wissenschaftler, verständlichen Stil ohne übertriebene Polemik oder Sarkasmus, eine hervorragend argumentierte Streitschrift wider die Religion und für den Atheismus.

Fast schon ironisch erscheint es dabei dass “Der Gotteswahn” gerade jetzt, zur Vorweihnachtszeit, einer der absoluten Renner in den deutschen Buchhandlungen ist und wohl auch unter dem einen oder anderen Weihnachtsbaum liegen wird.

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